Features im Radio

Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg

Neue Wege in das Alter (4). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Statistisch gesehen gewinnen wir in jedem gelebten Jahr drei Monate an Lebenszeit dazu. Und: Wir leben nicht nur länger, sondern bleiben auch länger aktiv und gesund. Die Gestaltung dieser dritten Lebensphase ist so vielfältig wie individuell. Lebensträume wollen verwirklicht werden, Zeit für Familie und Enkelkinder wird großzügig reserviert, die schon lange ersehnte Weltreise geplant. Doch welche Voraussetzungen unterstützen diese Pläne? Aus medizinischer Sicht bleiben die Regenerationskräfte des menschlichen Körpers bis ins hohe Alter erhalten. Die biologischen Voraussetzungen dafür sind gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Doch Menschen brauchen soziale Netzwerke. Und diese gehen mit Eintritt in die Pension oft verloren und müssen nun neu aufgebaut werden. Auch der Wohnraum sollte der neue Lebensphase angepasst werden. Denn Barrierefreiheit garantiert langfristig Autonomie. Ob sich die vielen Pläne jedoch realisieren lassen, hängt nicht nur von der inneren Haltung der Seniorinnen und Senioren ab, sondern auch von deren finanziellen Möglichkeiten. Oft sind mit einer Pensionierung markante Einkommensverluste verbunden, die den individuellen Handlungsspielraum einschränken. Kann die Währung Zeit das ersetzen? Den dritten Lebensabschnitt gut gestalten heißt auch: diesen vorausschauend zu planen. Dazu zählt die Möglichkeit, sich mit den Errungenschaften der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Sie dominieren immer mehr den Alltag. Sowohl Bankgeschäfte wie der Zugang zum Gesundheitssystem werden vermehrt online abgewickelt. Um weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, müssen ältere und alte Menschen den Umgang mit digitalen Medien erlernen. Der Auftrag an die Politik wiederum ist es, ältere Menschen gezielt in das gesellschaftliche Leben zu integrieren und ihnen die Aufgaben, die sie bereit sind zu erfüllen, auch zu überantworten.

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Konversation Andere Zeiten, andere Talks Respekt Grundpfeiler des Miteinanders Das Kalenderblatt 15.04.1888 Ältester Fußballclub Deutschlands gegründet Von Thomas Grasberger Konversation - andere Zeiten, andere Talks Autorin: Marie Schöß / Regie: Kirsten Böttcher Eine Kunst, die verbirgt, Kunst zu sein: Vielleicht beschreibt das am Besten, was die Konversation zu verschiedensten Zeiten war und bis heute ist. Zwar ändern sich die Ideale der Gesprächsführung von Epoche zu Epoche - die Anmut zum Beispiel spielt als Gesprächsideal in der Renaissance eine große Rolle, Klugheit und Taktik beschäftigen das barocke Gespräch, die Klassik sucht nach Höflichkeit, in der Aufklärung pocht man auf Offenheit. Beginnend in der Antike stellt sich aber zu jeder Zeit zuerst die grundlegende Frage: Will man das private Gespräch, ganz so wie die öffentliche Rede, als Kunst verstehen? Oder gelingt hier das Gegenteil: ein offener Austausch, der ohne Verstellung, ohne Kalkül auskommt? In der Gegenwart stellt sich diese Grundfrage genauso dringlich wie in den französischen Salons der Vergangenheit: Denn wie natürlich muss eine Künstliche Intelligenz sprechen, wie sehr muss sie die eigene regelgeleitete Kunst verbergen, damit die Konversation mit ihr gelingen kann? Respekt - Grundpfeiler des Miteinanders Autorin und Regie: Irene Schuck Der Begriff galt lange als altmodisch, war uncool, sogar verdächtig. Respekt war das, was tatsächliche und vor allem vermeintliche Autoritätspersonen verlangten: Eltern, Priester, Lehrer, Vorgesetzte. Wer aber respektlos auftrat, etwa zum Amtseid als Minister in Turnschuhen kam, der demonstrierte seinen mutigen Einsatz gegen Autoritätsgläubigkeit. Inzwischen scheint der Begriff eine Rehabilitierung zu erfahren. Seit Jahren taucht er verstärkt in der öffentlichen Diskussion auf. Forschungsgruppen, Buchveröffentlichungen und Talk-Shows widmen sich dem Phänomen: Muss man sich Respekt "verdienen" - oder steht es jedem fraglos zu, respektvoll behandelt zu werden? Warum hat der Begriff ausgerechnet in Unterschicht-Subkulturen, etwa in Rap-Songs, so eine immense Bedeutung? Und: wäre ein von gegenseitigem Respekt getragenes Miteinander tatsächlich gesellschaftsweit denkbar? So oder so: Respekt ist offenbar ein Grundbedürfnis, ein universeller Wert, der nicht für Geld zu kaufen ist. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Nicole Ruchlak

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg

Von der Krücke zu technischen Assistenzsystemen (4). Gestaltung: Ilse Huber Der Mensch ist unvollkommen. Sehen, hören, klettern oder gar fliegen können andere Lebewesen weitaus besser. Aber trotzdem kann er dank seiner Kreativität und Denkleistung diese Unvollkommenheit immer besser kompensieren. Ob alt oder jung, ob physisch beeinträchtigt oder sensorisch geschwächt- der Mensch findet Unterstützung, wenn der Körper nicht (mehr) kann. Er baut sich Hilfen. Mechanisch, elektrisch und mit Künstlicher Intelligenz. Die Assistenzsysteme bilden im Bereich der Pflege einen boomenden Sektor. Was als Sehbehelf begonnen hat, kann längst Worte sprechen. Die Brille wird zum Übersetzer. Oder ein Stift, der lesen und sprechen kann. Bei der Fortbewegung übernehmen Exoskelette die Arbeit des Stützapparates. Und wenn das Gegenüber ein intelligenter Roboter ist und zur Unterhaltung dient, ja dann ist die soziale neue Welt angebrochen. Wie weit helfen technische Assistenz-Systeme dem Menschen und seiner Umgebung? Und wo sind die Grenzen erreicht? Wann schwindet die Akzeptanz derartiger Hilfen und wie weit sind sie ausreizbar? Die Fragen zur Pflege stellen sich immer mehr Technikerinnen und IT-Spezialisten. Eine Rundschau von Ilse Huber.

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg

Vokale Frauenbands (4). Gestaltung: Ute Maurnböck Es gibt derer viele: die Dixie Chicks, die sich seit vorigem Jahr nur noch The Chicks nennen, weil sie mit den alten Südstaaten-Ideologien nichts mehr zu tun haben wollen, die weltberühmten Andrew Sisters, ein Schwestern-Terzett, das in den 1940ern mit Ohrwürmern wie "Rum and Coca-Cola" oder "Bei mir bist du schoen" Welthits landete. Die erste schwesterliche Girlband waren sie allerdings nicht. Heute fast vergessen, aber von vokalen Frauenbands damals bis heute geliebt und kopiert waren die Boswell Sisters. Drei hochmusikalische Schwestern aus New Orleans, die in den 1930ern rund zehn Jahre lang unter den Top 20 der Hitparaden zu finden waren und auch spätere Musikerinnen wie Ella Fitzgerald beeinflusst haben. Sie werden in der Musikvierstelstunde genauso porträtiert wie die irischen Henry Girls, drei Schwestern aus Donegal, die den Boswell Sisters erst letztes Jahr mit "Shout Sister Shout" musikalisch Tribut zollen. Die Folk und Roots-Musikerinnen singen und spielen seit ihrer Kindheit zusammen, stehen fast ebenso lange auf der Bühne und touren regelmäßig auch durch Österreich: so wieder im Juni, so Corona es will. Ein weiteres Porträt widmen wir dem Südtiroler Trio Ganes, das sich von der Sagenwelt ihrer Heimat inspirieren lässt- musikalisch wie sprachlich. Zwei Schwestern und eine "Nicht-Verwandte" singen auf Ladinisch, die Weichheit der Sprache harmoniert mit den runden Klängen. Und zuletzt führt die Musikviertelstunde ins Italien der 1930er und 40er Jahre. Das Trio Lescano, bestehend aus drei Schwestern, zählte zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Mussolini-Ära. Aus einer ungarisch-holländisch-jüdischen Zirkusfamilie stammend, wuchsen sie in Holland auf, wurden aber in Turin entdeckt. Mit ihren Swing- und Jazznummern boten sie die italienische Antwort auf die Andrew Sisters, erhielten sogar noch 1942 die italienische Staatsbürgerschaft - und wurden im Zuge des zunehmenden Antisemitismus mehr und mehr aus dem Geschäft gedrängt. Letztlich wurden sie der Spionage bezichtigt. Verleumdungen, die sie ins Gefängnis brachten. Nach dem Krieg wurde die Karriere noch wenige Jahre fortgesetzt - die letzte der Schwestern starb 2007 in Venezuela. Eines eint wohl die meisten der Swinging Sisters: "Ich kann mir nicht vorstellen, allein auf die Bühne zu gehen", sagt Lorna McLoughlin von den Henry Girls.

Donnerstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Das Volk der Yanomami Ihr Kampf ums Überleben Zuckerrübe Süß und voller Geschichte Das Kalenderblatt 15.04.1888 Ältester Fußballclub Deutschlands gegründet Von Thomas Grasberger Das Volk der Yanomami - ihr Kampf ums Überleben Autor: Geseko v. Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer Erstaunliche Gegensätze: Es ist erst ein paar Jahrzehnte her, da galten die Yanomamis, das größte indigene Volk im Amozonas-Regenwald zwischen Brasilien und Venezuela, noch als extrem gefährliche Krieger, Kannibalen und ihre Kultur als Relikt aus der Steinzeit. Im Jahr 2020 wurde ihr Häuptling Davi Kopenawa als bedeutender Aktivist gegen den Klimawandel und für Menschenrechte mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Nach Jahrhunderten der selbstgewählten Isolation sind die Yanomamis endgültig in der modernen Welt angekommen und versuchen doch gleichzeitig, ihre alten Traditionen und Lebensweisen zu erhalten. Der Kampf ums Überleben ist schwer in Zeiten, wo Goldgräber die Wälder durchstreifen und Infektionskrankheiten verbreiten, der Amazonas angezündet und gerodet wird und populistische Politiker der Urbevölkerung ihr Land und ihre Kultur nehmen wollen. Die Sendung beschreibt das Weltbild, die Kultur und den Kampf der Yanomamis in einer Zeit, die das alte Wissen braucht und die zugleich wie nie zuvor bedroht sind. Zuckerrübe - süß und voller Geschichte Autorin: Claudia Heissenberg / Regie: Sabine Kienhöfer Es gibt keine andere Kulturpflanze, die so robust, ertragsreich und klimafreundlich ist wie die Zuckerrübe. Sie braucht nur wenig Dünger, schützt den Boden und wird zu 100 Prozent genutzt. Nicht nur zur Zuckerproduktion, sondern auch als Viehfutter, Bio-Sprit oder nachwachsender Rohstoff. Außerdem filtern die Blätter von einem Hektar Zuckerrüben 36 Tonnen Kohlendioxid aus der Luft - dreimal mehr als ein Hektar Wald - und geben anschließend 26 Tonnen Sauerstoff wieder ab - die Luft, die wir zum Atmen brauchen. Obwohl die urwüchsige, dicke, weiße Knolle aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse aussieht, als wäre sie viele tausend Jahre alt, ist sie eine recht junge Kulturpflanze, die erst seit gut 200 Jahren angebaut wird. Denn bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde das "weiße Gold", das uns das Leben versüßt, ausschließlich aus Zuckerrohr gewonnen und galt als Luxusprodukt, das sich nur die Reichen leisten konnten. Was Napoleon mit dem Aufstieg der Zuckerrübe zu tun hat, und wie der findige deutsche Naturwissenschaftler Franz Carl Achard 1801 die erste Zuckerfabrik der Welt errichtete - auch das gehört zur Geschichte der "Königin der Feldfrüchte". Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Matthias Eggert

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Der schwierige Weg zurück Forschungslücken bei der Detransition Von Pia Masurczak Für viele transidente Menschen ist die Geschlechtsangleichung ein Schritt in Richtung Normalität. Manche stellen aber fest: Das war die falsche Entscheidung.

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Zwei Seiten leben. Drei Trauerredner. Ein Totentheater Von Michael Lissek Regie und Ton: der Autor Produktion: Deutschlandradio Kultur / SWR 2013 Länge: 54"27 Das Ende des Lebens ist eine existenzielle Situation, die wir durch Rituale gestalten. Zum Ritual der Bestattung gehört oft eine Rede. Dieses Feature beleuchtet die Entstehungsprozesse und -bedingungen von Trauerreden. Auf den Tod folgen Rituale der Trauer - wie die Trauerrede. Über deren Inhalt entscheiden zumeist die Hinterbliebenen und ihre Sprachfähigkeit sowie die Trauerrednerin und ihre Befragungs-, Schreib- und Performancetechnik. Was ist in einer Trauerrede mitteilenswert und wie ist sie aufgebaut? Auf die sprachlose Realität des Todes trifft die Rekonstruktion und Formulierung eines Lebens. Aus Leben wird Text: eine seltsame Metamorphose. Michael Lissek porträtiert drei Trauerrednerinnen und -redner. Er begleitet sie zu Bestattungen und zu Hinterbliebenen, befragt sie zu ihrer Technik sowie ihrem Selbstverständnis, begleitet sie bei Freizeitbeschäftigungen und lässt sie Trauerreden auf sich selbst halten. Es wird gesungen, geatmet und an keiner Stelle geweint. Ein Blick hinter die Kulissen des Totentheaters. Michael Lissek ist Featureautor, -produzent und -theoretiker. Zuletzt "Akte 88 - Die tausend Leben des Adolf Hitler" mit Walter Filz (SWR 2018), "Zeit ist Frist. Mein Herz. Ich." (NDR 2017, als "Beste Hördokumentation" auf dem Dokumentarfestival Karlsruhe 2018 ausgezeichnet), "Sein schönstes Geschenk - Auf der Suche nach den verschollenen Wagner-Partituren" (SWR 2016) und "Angel Radio - Soundtrack der Erinnerungen" (NDR/RBB/SWR 2015). Seit 2017 ist Michael Lissek außerdem Redakteur des Sendeplatzes "Essay" bei SWR2. Zwei Seiten leben. Drei Trauerredner.

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Gewonnene Jahre. Neue Wege in das Alter (4). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Unterstützung bei der Pflege. Von der Krücke zu technischen Assistenzsystemen (4). Gestaltung: Ilse Huber Swinging Sisters. Vokale Frauenbands (4). Gestaltung: Ute Maurnböck

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