Tagestipps

Donnerstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Einmal Marsgestein, bitte Eine Mission soll Proben zur Erde bringen Von Guido Meyer Rund 50 Sonden hat Planet Erde seit Beginn der Weltraumfahrt zu seinem Nachbarn im All geschickt, dem Mars. Höchste Zeit, dass auch einmal was zurückkommt, müssen sich wohl die Raumfahrtbehörden Amerikas und Europas gedacht haben. Was ihnen allein jeweils zu teuer war, soll nun ein internationales Gemeinschaftsprojekt werden: Erstmals soll eine Sonde zum Mars fliegen - und zurückkehren, und zwar mit Bodenproben des roten Planeten. Mars Sample Return nennt sich dieses ehrgeizige Projekt. Seinen Anfang nehmen soll es bereits in diesem Jahr. Dann wird ein Rover der NASA entsprechende Bodenproben einsammeln. Spätere Missionen sollen dann dafür sorgen, dass erstmals Stücke des Mars zur Erde gelangen - ein technisch höchst anspruchsvolles Missionsszenario, das so in der Raumfahrt noch nie stattgefunden hat. Redaktion: Hellmuth Nordwig

Donnerstag 18:25 Uhr Ö1

Journal-Panorama

Der Auto-Weltmeister Tschechien sucht nach einer wirtschaftlichen Zukunft. Gestatung: Kilian Kirchgessner Es ist ein doppelter Schlag für Tschechien: Auch schon vor Corona geriet das Geschäftsmodell des Landes ins Wanken. Das prophezeite Ende des Verbrennungsmotors dürfte Tschechien, das pro Kopf weitaus mehr Fahrzeuge baut als etwa Deutschland, hart treffen. Denn das 10 Millionen-Einwohner-Land verdankt seinen neu errungenen Wohlstand vor allem der Autoindustrie. Es hatte in den letzten Jahren die niedrigste Arbeitslosigkeit der ganzen EU, war der erfolgreichste Standort unter den östlichen EU-Ländern und hatte in Sachen Bruttosozialprodukt schon einige südeuropäische Volkswirtschaften überholt. Die Corona-Pandemie könnte den Strukturwandel weg von der Autoherstellung deutlich beschleunigen - mit ungeahnten Auswirkungen. Aber es gibt nicht nur Corona-Verlierer. Manche Unternehmer und Wissenschafterinnen sehen die Chance, sich nun auf neue, zukunftsträchtige Wirtschaftszweige zu verlegen. Tschechien könnte sich jetzt von seinem Ruf emanzipieren, die "verlängerte Werkbank" ausländischer Investoren zu sein.

Donnerstag 19:05 Uhr SWR2

SWR2 Tandem

Warten macht glücklich - Plädoyer für eine verlernte Kunst Gast: Timo Reuter, Journalist und Philosoph Moderation: Frauke Oppenberg Wir befinden uns gerade in einem gigantischen Experiment des Wartens: Warten in der Supermarktschlange. Warten auf den nächsten Konzertbesuch. Warten darauf, seine Freunde wieder umarmen zu können. Warten auf einen Impfstoff. Eine höchst ungewohnte Situation, denn die Digitalisierung der Kommunikation und überhaupt unseres Lebens hat in uns die Erwartung entstehen lassen, dass alles sofort und hindernislos machbar ist. Höchste Zeit, umzudenken, meint der Journalist und Philosoph Timo Reuter, und hat darüber ein Buch geschrieben: "Warten - eine verlernte Kunst"

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Der Kiwi Neuseeland rettet seine heimischen Arten Von Johannes Kaiser Neuseeland will seine Natur vor invasiven Arten retten und setzt dabei gezielt auf Ausrottung. Eine Reportage darüber, welchen Preis Naturschutz hat. Auf den Inseln Neuseelands hat sich eine weltweit einzigartige Natur entwickelt. Da Raubtiere fehlten, verloren viele Tiere die Fähigkeit rasch zu fliehen. Bekanntestes Beispiel: der flugunfähige Kiwi, Australiens Wappentier. Doch mit der Ankunft der Europäer kamen Ratten, Hunde, Katzen, Hermeline und Wiesel. Sie vernichteten große Teile der einheimischen Fauna. Haustiere schleppten Krankheiten ein. Großflächige Waldrodungen dezimieren bis heute den Lebensraum endemischer Arten. Seit rund 30 Jahren versucht Neuseelands Naturschutzbehörde durch weltweit einzigartige Ausrottungsprogramme der invasiven Arten die einheimische Flora und Fauna zu schützen. Seit dem Einsatz von Giftködern, die nur Raubtiere töten, hat sich der Vogelbestand in diesen Gebieten binnen 20 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig werden bedrohte Tiere gezielt gezüchtet. Das erfolgreiche Kiwi Programm steht für viele Projekte, bedrohte Arten vor der Auslöschung zu retten. Neuseeland soll wieder allein den heimischen Arten gehören.

Donnerstag 21:05 Uhr Bayern 2

radioTexte am Donnerstag

Ondulierte Locken, einsame Zigaretten, kesse Roaring Twenties und kleine Kompromisse ... Zelda Fitzgeralds Erzählungen erschienen seinerzeit unter dem Namen ihres Mannes Francis Scott Fitzgerald. Bibiana Beglau liest die Geschichte von Gracie, der Leinwandkönigin. Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp "Übrigens", sagte Mr. O"Ney höflich, "können Sie kreischen?" "Was?" "Haben Sie je laut geschrien?", fragte er und führte hinzu: "Ich frage das nur, weil ich es wissen möchte." "Also ... ja, natürlich", sagt Gracie zögerlich, "ich glaube, ich kann ganz gut schreien, falls Sie jemanden brauchen, der schreit." "Sehr schön", sagte Mr. O"Ney zufrieden. "Dann schreien Sie." Gracie kann kreischen, Gracie kann Hühnchen braten und Gracie kann Film. Denn als vom Kaufhaus Blue Ribbon gekürte Beliebtheitskönigin darf sie nicht nur beim Winterkarneval in New Heidelberg mitwirken, sondern auch in einem Werbefilm ... Eigensinnig und eigenständig sind die jungen Frauen, die bei Zelda Fitzgerald im Mittelpunkt stehen. Standbein, Spielbein, so tanzen sie durch die goldenen 20er. Eine Zeit, in der Frauen sich einen Menge Spielraum nehmen konnten - wenn sie bereit waren, den Preis dafür zu zahlen. Zelda Fitzgerald zum Beispiel, die mit 19 Jahren F. Scott Fitzgerald geheiratet hatte und mit ihm ein mondänes Leben in den USA und Europa führte. Sie schrieb Texte im jazzigen Rhythmus der Epoche - und veröffentlichte sie seinerzeit lieber unter dem Namen ihres Mannes. Wiederzuentdecken in dem Band "Himbeeren mit Sahne im Ritz" (Manesse Verlag) und in der klassischen Lesung. Hinreißend vorgetragen von Theater- und Filmstar Bibiana Beglau. Regie: Kirsten Boettcher. Redaktion: Judith Heitkamp. Auch im BR Podcast Lesungen. www.bayern2.de

Donnerstag 22:03 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 Hörspiel-Studio

Riot Von Christoph Korn Unter Verwendung von Friedrich Engels" "Die Lage der arbeitenden Klasse in England", Denis Diderots "Encyclopédie" und Textfragmenten aus Frantz Fanons "Die Verdammten dieser Erde" Mit: Jana Schulz, Katharina Mayer, Johannes Silberschneider und Franz Pätzold Komposition: Christoph Korn, Stefan Ettlinger Regie: Christoph Korn (Produktion: SWR 2018, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW) 2020 ist auch das Jahr, in dem vor 200 Jahren der Wuppertaler Fabrikantensohn Friedrich Engels geboren wurde. Das Hörstück "Riot" ist keine Rekonstruktion der deutschen revolutionären Ereignisse von 1849. Die popmusikalische Collage verknüpft historisches Textmaterial zu einem zeitgenössisch arrangierten Hohelied, das verschwistert ist mit der Liebe zu den Schwachen (pauper). Ein Stück, das Engels aus dem historischen Korsett zu befreien und für eine heutige Rezeption zu öffnen versucht. Ausgezeichnet mit dem "Prix Marulic (Distinction)".

Donnerstag 23:00 Uhr Eins Live

1LIVE Shortstory

Geschenke Von Franziska Gerstenberg Kann Stress auf die Haare schlagen? Die Ärzte finden keine Erklärung dafür, dass Cora immer mehr Haare verliert. Sie zählt jedes einzelne Haar, das sie auf dem Boden findet. Im April sind es 375 am Tag, im Juli allein 350 vor dem Frühstück. Die Panik, ihr Haar komplett zu verlieren, paart sich mit der Angst, so von ihrem Freund Rafael nicht mehr geliebt zu werden. Die Angst steigt. Und neurotisch sammelt sie jedes Haar. Eines Tages entsteht aus ihrer Verzweiflung ein verrücktes Geschenk für Rafael. Der flippt zuerst aus. Aber dann lässt auch er sich ein Geschenk für Cora einfallen. Und zwar ein außerordentlich eindrucksvolles! Franziska Gerstenberg wurde 1979 in Dresden geboren. Für "Solche Geschenke" wurde sie mit dem Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. Von der Autorin sind außerdem die Erzählbände "Wie viel Vögel" und "Glückskekse" erschienen sowie "So lange her, schon gar nicht mehr wahr", ausgezeichnet mit dem Sächsischen Literaturpreis 2016. "Geschenke" ist erschienen im Erzählband "Solche Geschenke" (Verlag Schöffling & Co.). Gelesen von Ulrike Schwab

Donnerstag 23:03 Uhr Ö1

Zeit-Ton

Das vierte Album von Land of Kush Ende Juni wäre Sam Shalabis Egyptian Light Orchestra Land of Kush erstmals in Europa aufgetreten, bei der 50. Ausgabe des Roskilde Festivals, das wegen der Corona-Pandemie jedoch abgesagt werden musste. Unlängst ist das vierte Album, "Sand Enigma", von Land of Kush erschienen. Avantgarde, Psychedelic Rock, Improvisationsmusik, Out Jazz, Experimentalelektronik und die Musik des Nahen Ostens - Sam Shalabis Musik für seine Big Band ist all das und dabei doch in ihrer unverwechselbaren Mischung einzigartig und immer wieder aufs Neue überraschend. Erstmals haben auch zwei namhafte Vertreter/innen der ägyptischen Szene für experimentelle Musik an der Entstehung des neuen Stückes "Sand Enigma" mitgewirkt, nämlich Nadah El Shazly (Vocals) und Maurice Louca (Keyboards und Electronics). Gestaltung: Susanna Niedermayr

Freitag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Klangkunst

Mein Herz ist leer Von Werner Fritsch Regie: Werner Fritsch Komposition: Miki Yui Mit: Michael Altmann und Kae Uchihashi Ton: Thomas Monnerjahn Produktion: Deutschlandradio Kultur / RB 2016 Länge: 51"47 Gehen und schreiben - das waren die Lebensinhalte des japanischen Dichters Taneda Santôka. In seinen Haikus spiegelt sich seine ständige Wanderschaft auf der Suche nach innerem Frieden. Werner Fritsch und Miki Yui haben die Gedichte zu einem Hörspiel verarbeitet. Ein guter Haikumacher ist ein "Dichter des Gehörs", er lebt "in der Welt der Klänge". Das schrieb der Wanderdichter Taneda Santôka (1882-1940) über sein Metier, die kurze japanische Versform. Seine modernen Haikus erzählen vom Brüllen der Brandung, vom harschen Klang des Brettspiels, vom Stimmengewirr in der Gaststube, der Stille der Berge. Der Autor und Hörspielmacher Werner Fritsch dichtet Santôkas Haikus nach und ordnet sie zu einem Zyklus. Gemeinsam mit der Komponistin Miki Yui verzahnt er den Klang der Rezitation mit den Hörbildern der Verse. Werner Fritsch, 1960 in der Oberpfalz geboren, ist Schriftsteller und Hörspielmacher. Seine Hörspiele wurden u.a. mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden (1992), dem Hörspiel des Jahres (2006) und dem ARD Hörspielpreis 2007 ausgezeichnet. 2011 erhielt er das Peter-Suhrkamp-Stipendium und den Grand Prix nova. Werner Fritsch ist Mitglied des PEN-Clubs und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er lebt in Hendelmühle und Berlin. "Mein Herz ist leer" wurde 2017 für den Hörspielpreis der Kriegsblinden nominiert. Mein Herz ist leer

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